Lernen im Schlaf!

Wie wichtig gesunder Schlaf für unser Gehirn ist und was wir dafür tun können

 

Schlaf und Gesundheit. Sowohl psychische als auch physische Erkrankungen können durch schlechten Schlaf - mit - verursacht werden. In vielen Fällen sind wechselseitige Beziehung zwischen Erkrankung und Schlaf im Spiel. Grundsätzlich gilt jedoch: Je besser wir schlafen, desto besser ist dies für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unsere tägliche Leistungsfähigkeit. 

 

Immer weniger Schlaf - mit Folgen.  Insbesondere wenn viel los ist und Menschen unter Druck stehen, reduzieren sie von sich aus ihren Schlaf auf ein Minimum, um nichts an „wertvoller Arbeitszeit“ zu verlieren. Politiker, Prominente  und „Workaholics“ unterstützen diese Vorstellungen und geben oft an, dass Sie nur mit sehr wenig Schlaf auskommen. Die Vorstellungen gehen in die Richtung eines Kamels, das Schlaf am Wochenende speichert um dann mit vollen Akkus über die Woche zu kommen. Es besteht der Glaube, dass Schlaf beliebig reduzierbar ist. Doch die Schlafforschung rät dringend davon ab und warnt vor den gravierenden Folgen. Denn unser Schlaf ist viel mehr als nur eine inaktive Erholungsphase!

 

  • Schlaf ist ein aktiver Regenerationsprozess und strukturiert wichtige Bestandteile und Funktionen unseres Gehirns neu. Kognitive Prozesse führen zu Informationsverarbeitungen und neuem Wissen!
  • Gesunder Schlaf wirkt sich maßgeblich auf unser Gehirn aus. Alle kognitiven Fähigkeiten wie (logisches) Denken, Erinnern, Kombinieren, Aufmerksamkeit, Kreativität sowie viele mehr, werden erst durch gesunden Schlaf hergestellt.
  • Schlaf baut neue Nervenfasern auf und hat Einfluss auf unseren emotional-kognitiven Zustand.
  • Im Schlaf werden wichtige Speicherfunktionen neu gesetzt.
  • Schlaf wirkt auf unsere Organsysteme regenerierend und lässt lebenswichtige Anpassungen an die Umwelt zu.
  • Neue Studien zeigen, dass unser Gehirn in der Nacht sogar durchspült wird, um diverse Stoffwechselprodukte weg zu transportieren. Wissenschaftler sind der Meinung, es handele sich um ein eigenständiges Kanal-Transportsystem, das unserem Gehirn hilft wieder leistungsfähig zu werden und sich zu regenerieren.
  • Aufnahmen aus Schlafuntersuchungen zeigen: Unser Gehirn arbeitet im Schlaf oft sogar aktiver als am Tag! Informationen und Erlebnisse des Tages, der Woche oder solche aus der ferneren Vergangenheit werden während des Schlafs verarbeitet.

 

Schlaf ist ein erlerntes Verhaltensmuster. Aus der Schlafforschung ist bekannt, dass auch unser „Schlaf“ ein erlerntes Verhaltensmuster darstellt. Das bedeutet, „schlechter Schlaf“ ist zu einem ganz wesentlichen Teil ein erlerntes Verhaltensmuster, das wir uns angeeignet haben.

Fazit: Alles was wir am Tag erleben kann unseren Schlaf maßgeblich beeinflussen – zum Positiven und zum Negativen. Unser Gehirn verarbeitet diese Informationen und ist damit eine zentrale Schaltzentrale für den Schlaf. 

Das Gute: Jedes erlernte Verhaltensmuster kann durch neue ersetzt werden!

 

Schlafstörungen - Was ist das? Von Schlafstörungen im engeren Sinn spricht man, wenn der Schlaf subjektiv oder objektiv

  • zu kurz oder zu lang ausfällt,
  • zu häufig unterbrochen wird oder
  • nicht erholsam ist.

Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen, die auch unter dem Begriff Insomnie (Schlaflosigkeit) zusammengefasst werden, sind die häufigsten Schlafstörungen, sie liegen vor, wenn mehr als eine halbe Stunde bis zum Einschlafen vergeht und diese Problematik mindestens über vier Wochen dreimal wöchentlich oder häufiger auftritt.

Von Durchschlafstörungen spricht man, wenn nach einem nächtlichen Aufwachen ebenfalls mehr als 30 Minuten vergehen bis der Betroffene wieder einschlafen kann. Auch wer zu früh am Morgen wach wird und nicht mehr einschlafen kann, leidet unter einer Insomnie. All dies führt zu nachweislichen Einschränkungen in der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit.

Letztendlich kann nur durch eine differenzierte, individuelle Diagnostik die eigentliche Ursache der Schlafstörung ermittelt und festgestellt werden, ob überhaupt eine relevante Beeinträchtigung vorliegt.

 

Die Folgen von Schlafstörungen sind erheblich. Schlafstörungen sind ein Risikofaktor für die Gesundheit, das belegen viele Studien.  Schlechter Schlaf macht Menschen nicht nur krank, er verändert auch ihre Psyche und kognitiven Fähigkeiten. Unser Gehirn, die zentrale Schalt- und Kontrollstelle, funktioniert unter diesen Umständen schon nach kurzer Zeit deutlich schlechter und macht häufiger Fehler. Wir können nicht mehr gut denken. Wir können nicht mehr so gut Zusammenhänge verstehen. Wir können schlechter Lösungen produzieren. Wir können uns Dinge nicht mehr merken. Wir erinnern uns schlechter und machen auch hier mehr und mehr Fehler. 

 

Schlaf - Was ist noch normal? Schlaf ist sehr individuell. Das Schlafbedürfnis wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, u.a. durch genetische und besonders eigenetische Grundlagen, aber auch durch unser Alter. Grundsätzlich gilt: Schlafphasen unter 7 Stunden und über 10 Stunden sind ungünstig und sollten kritisch hinterfragt werden. Allerdings ist die durchschnittliche Schlafdauer ein relativ schwacher Parameter zur Beurteilung von gesundem oder weniger gesundem Schlaf. Wenn Menschen durchschnittlich nur 5 Stunden schlafen und dabei keinerlei negative oder belastende Einschränkungen im Alltag feststellen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese Menschen  gut und gesund schlafen, das gleiche gilt für Menschen, die länger als 10 Stunden schlafen.

Auch nächtliches Aufwachen oder ein großer Bewegungsdrang während des Schlafes müssen nicht automatisch auf eine Schlafstörung hinweisen.

 

Folgende Fragen können Ihnen helfen Ihren Schlafstatut zu prüfen:

  • Gibt es Beeinträchtigungen, die tagsüber bestehen oder Symptome, die dafür sprechen, dass sich schlecht schlafe?
  • Wie schlafe ich ein?
  • Wie oft werde ich wach? Wie lange bleibe ich wach?
  • Was genau geht in mir/mit mir vor, wenn ich in der Nacht wach werde?
  • Werde ich zu gleichen Zeiten am Morgen wach?
  • Wache ich leicht auf und gelingt es mir den Tag zügig zu beginnen
  • Wie geht es mir am Tag? Fühle ich mich zunehmend gereizt? Aggressiv? Kann ich mich konzentrieren und meine gewohnte Leistungsfähigkeit abrufen?

 

Die Abgrenzung von „gesundem Schlaf“ von der „Schlafstörung“ gelingt letztendlich nur über eine ausführliche Schlafdiagnostik in sogenannten Schlaflabors. Wichtig ist, dass sie bei Fragen oder bei einem Verdacht auf das Vorliegen einer klinisch relevanten Schlafstörung Ihren Hausarzt um Rat bitten sollten. Er wird entscheiden ob eine Schlaflaboruntersuchung sinnvoll ist.

 

 

Weiter zu Teil II: Tipps zur Schlafhygiene und Ritualen >>>

 

 

 


© COPYRIGHT 2013 BY DR. SVEN SEBASTIAN | INTEGRATIVES NEUROCOACHING, BERLIN